Du bist der Garten

C. von Franckenstein

Du bist der Garten, wo meine Hände

Über die weißen Wege gehn.

Du bist das Blühen und das Gelände

Der sanften Hügel und blauen Seen.

Denn deine Augen, sie gleichen diesen,

Und deine Lenden sind die Wiesen,

Nach denen meine Träume sehn.

Du bist der Garten, wo meine Seele

Über die dämmernden Wege geht.

Du bist der Mohnduft für alle Fehle

Und meiner Reue verschwiegenes Beet.

Denn alles, so mir im Suchen begegnet,

Du hast es geheiligt und gesegnet,

Daß es in mir wie ein Bildnis steht.

Du bist der Garten, wo meine Liebe

Unter den purpurnen Bäumen träumt.

Du bist das feinste der feinen Siebe

Wodurch alle Gierde geläutert scheint.

Du bist das Singen der Nachtigallen,

Die singen und sterbend niederfallen,

Du bist das Leben – das ich versäumt.