Kinderaugen
C. von Franckenstein
Kinderaugen, wie Seen rein,
Von lenzenden Ufern umschlossen,
Perlen, in die ein flüchtiger Schein
Himmlischen Leuchtens gegossen.
Kinderlippen, wie Blüten hold,
Heimlichem Reifen gesegnet,
Kindertränen, heiliges Gold,
Das auf Blumen regnet.
Kinderfragen, so hell und klug,
Süßer Torheit Geläute,
Nennt mir den Weisen, der weise genug,
Daß er sie alle deute!
Kinderwünsche, wie Segler im Meer,
Und Wunder an Ihren Borden –
Kinder! Wie lange ist das her,
Und was sind wir geworden!