Über den Wellen

C. von Franckenstein

„Neckst du mich, kleiner Schelm,

mit dem Muschelhelm

und dem gold'nen Haar,

mit dem Augenpaar,

das so feucht und blau

wie des Meeres Tau,

wenn es leise schäumt

Und von Sagen träumt

aus den Zeiten fern und grau..?“

Well' um Welle blitzt,

und die Wassernixe

bläst die Backen an,

spritzt und spritzt

auf den Wassermann,

was sie kann —

lacht —

und dann taucht sie unter —...

Aber unten beim grünen Dämmerschein

im funkelnden Perlenkämmerlein

erzähl'n sie einander: Es war — es war

und kennen einander schon tausend Jahr´

tief unten am Meeresgrund.

Er küsst ihren roten Korallenmund —

Der ist so weich und kühl

wie der Lüfte Spiel

über den Wellen.