Nachtstück

C. Weyse

Dumpf ertönt der Glocken Klang;

Fernher hallet Grabgesang.

Bleich, durch grau beflorte Lüfte

Scheint der Mond auf offne Grüfte.

Von der Todten Klag' erwacht

Schweben Geister durch die Nacht.

Horch! — sie senken ihn hinein! —

Erde rasselt hinter drein.

Hast genug gethan, geduldet,

Hast gebüßt, was Du verschuldet:

Sink zur Ruhe nun hinab,

Todter, in Dein stilles Grab.

In das dunkle Schlafgemach

Folgt Dir keine Sorge nach:

Dich betriegt kein eitler Schimmer,

Und die Klage weckt Dich nimmer;

Deinen Schlummer tief und schwer

Stört kein banges Traumbild mehr.

Alles, was der Erd' entspross,

Kehrt zurück in ihren Schoß.

Alle wird, die um Dich weinen,

Hier der Todesschlaf vereinen,

Bis die Schlumm'rer aus der Gruft

Des Erweckers Stimme ruft.