Das Götzenopfer

Carl Borromäus von Militz

Der Mond wie Blut,

Die Wolken fahl,--

Die Stund' ist gut!

Wir ziehn in's Thal

Zum Opferherde nieder.

Das Opfer ächzt,

Der Blutgott lechzt.

Hebt an die strengen Lieder!

Was dunkel haus't

Im Wolkenthron,

Oft in uns graus't

Mit ernstem Droh'n,

Wir wissen's nicht zu nennen.

Dem leben wir,

Dem fällt das Thier,

Und Opfergluthen brennen.

Das Blut versöhnt,

Wenn's fleußt dahin!

So ist's ertönt

Durch unsern Sinn

Aus ernsten Wunderträumen.

Fleuß, Opferblut!

Erbeb', o Muth,

Und laß dein stolzes Schäumen.

Geheimnißreich

Am trüben Ort,

Und schreckenbleich

Mit harten Wort

Begehn wir unsre Feste.

Der Mond allein

Darf Zeuge seyn -

Und Eul' und Nachtmohr Gäste.

Von Osten zieht

Herauf das Licht!

Schließt Euer Lied,

Verweilet nicht;

Uns lehrten's alte Sagen!

Lang' wird vollbracht

Das Werk in Macht,

Einst wird, einst wird es tagen.