Werther an Lotten

Carl Christian Agthe

Leb wohl, bis wir uns wiedersehn

Vor jenem hohen Thron,

Wo wir die Weisheit ganz verstehn.

Ganz die Religion.

Dort, wo die Liebe ewig fließt.

In ihr den Himmel trinkt,

Kein Gift sich in die Freuden gießt.

Kein Freund zum Staube sinkt;

Wo, nach oft durchgeweintem Leid

Der Kämpfer überwind't -

Und nach dem dunkeln Erdenstreit

Des Schicksals Wege find't.

Wo Myriaden Geister sich

Durch Sonnenwelten drehn

Und vor der Himmel Angesicht

Des Schöpfers Ruhm erhöhn.

Dann sucht mein forschend Auge dich

Durch tausend Welten auf.

Es forscht, es sucht, und findet dich

Und schwingt sich zu dir auf.

Ach Lotte! welche Seligkeit!

Lotte! welch ein Band!

Von Ewigkeit zu Ewigkeit

Geführt von deiner Hand.