Wir sassen am Wasser in Thränen

Carl Georg Peter Grädener

Wir saßen am Wasser in Tränen

bei Babel und dachten den Tag,

wo den Schlächtern, den Feindes-Hyänen

die Feste von Salem erlag,

und die Töchter, gleich trauernden Schwänen,

zerstreute der grässliche Schlag.

Da traurig wir sah'n in den Schimmer

des Stromes, den Freiheit verklärt;

verlangt' man ein Lied, doch o nimmer

wird Feinden die Ehre gewährt!

Eh' welke die Rechte für immer,

eh' über die Harfe sie fährt!

Die Harfe wollen wir hängen

hier unter den Weiden am Strand.

Frei bleib' sie mit ihren Gesängen,

o Salem, dein einziges Pfand;

nie soll sie ertönen in Klängen

den Räubern vom heiligen Land!