Der Trompeter an der Katzbach

Carl Greger

Von Wunden ganz bedecket

Der Trompeter sterbend ruht,

An der Katzbach hingestrecket,

Der Brust entströmt das Blut.

Brennt auch die Todeswunde,

Doch sterben kann er nicht,

Bis neue Siegeskunde

Zu seinem Ohre bricht.

Und wie er schmerzlich ringet

In Todesängsten bang,

Zu ihm herüberdringet

Ein wohlbekannter Klang.

Das hebt ihn von der Erde,

Er streckt sich starr und wild --

Dort sitzt er auf dem Pferde

Als wie ein steinern Bild.

Und die Trompete schmettert, --

Fest hält sie seine Hand --

Und wie ein Donner wettert

Victoria in das Land.

Victoria -- so klang es,

Victoria -- überall,

Victoria -- so drang es

Hervor mit Donnerschall.

Doch als es ausgeklungen,

Die Trompete setzt er ab;

Das Herz ist ihm zersprungen,

Vom Roß stürzt er herab.

Um ihn herum im Kreise

Hielt's ganze Regiment,

Der Feldmarschall sprach leise:

"Das heißt ein selig End'!"