Des Bundes Trinkgesetze
Carl Maria (Friedrich Ernst) von Weber
Weil es also Gott gefügt,
Daß bei vollem Becher
Wir allhier zusammen sind
Echt und rechte Zecher,
Will ich, wenn es Euch beliebt,
Wohl ein Liedlein singen;
Eh' ich aber singe noch,
Laßt die Gläser klingen.
Chorus
Gläschen klinge, Gläschen klinge,
Fried' und Freud' uns allen bringe.
Mit dem Einen fang ich an:
Nicht den steten Sprecher
Duld ich, und den Schläfer nicht
Bei Gesang und Becher.
Will Euch gleich ein Wörtchen noch
Weiter drüber singen;
Eh' ich aber weiter sing',
La&szigt die Gläser klingen.
(
Chorus
Eins nur mit dem Freunde sein --
Das ist meine Lehre,
Sein darf mir beim Glase Wein
Keiner, der nur höre.
Denn wer Vögel fangen will,
Leget still die Schlingen;
Eh' ich aber weiter sing',
Laßt die Gläser klingen.
(
Chorus
Wer von ganzem Herzen nicht
Theilt des Freundes Freuden,
Theilet mit ihm ewig nicht
Auch die Noth der Leiden.
Mit getrunken, wenn er trinkt,
Singt er, mit ihm singen --
Das ist meine Weis', und drauf
Laßt die Gläser klingen.
(
Chorus
Denn es steht geschrieben längst:
Welcher mit gegangen
Der -- das ist so in der Welt --
Wird auch mit gehangen.
Was man dort vom Schlechten spricht,
Sagen wir vom Rechten,
Sagen's laut, und drinken drauf:
Pereant
die Schlechten!
(
Chorus
Und nun stoß' ich wieder an,
Stehe auf und gebe
Meinem Nachbar treu die Hand,
Ruf' ihm zu: Er lebe!
Und ist einem Jeden so
Hand und Herz gegeben,
Singt die ganze Kompagnie:
Alle sollen leben.
(
Chorus