Liebe-Glühen
Carl Maria (Friedrich Ernst) von Weber
In der Berge Riesenschatten
Rasch enteilt dem Mondenlicht,
Sink ich auf bemooste Matten,
Doch die Ruhe naht mir nicht.
Still wird alles um mich her,
Nur mein Herz klopft laut und schwer.
Ob die Ströme mächtig rauschen,
Mir vertost der wüste Schall,
Denn die tiefsten Kräfte lauschen
Auf das Lied der Nachtigall.
Still die Tränen fließen schon,
Sterben lehrt der Zauberton.
Starren Fels hab' ich unarmet,
In der Glut, die mich durchfliegt,
Ach, der kalte Stein erwarmet
Und die Macht der Pulse siegt.
Still, die Sehnsucht mehret sich
Und mein Leben tötet mich.
Reicht mir, Engel, eure Palme
Erde, schenke mir ein Grab,
Streife schnell wie Blütenhalme
Nur der Seele Fesseln ab!
Still schwebt dann der Friede her,
Und dies Herz wird liebeleer.