Schmerz
Carl Maria (Friedrich Ernst) von Weber
Herz, mein Herz, ermanne dich,
Wie vernichtend auch die Zeit!
Mut! Das Leben neiget sich,
Und zum Sterben sei bereit!
Gott, mein Gott, erbarme dich
Bei des Jünglings stillem Leid!
Milde, sanft und gnädiglich
Führ' ihn ein zur Ewigkeit.
Pfad, mein Pfad, erhebe dich,
Denn dein Opfer ist geweiht!
Dorn an Dorn, der schmerzet mich,
Mir zu Blut und Grab gestreut.
Geist, mein Geist, nicht lasse mich,
Wenn der Jammer sich erneut!
Stund' um Stunde wandelt sich,
Die den Kelch des Schmerzes beut.
Mut, mein Mut, umschwebe mich,
Blumen sind zum Kranz gereiht!
Wo die Blüte längst erblich,
Ist das Sterben auch nicht weit.
Schmerz, mein Schmerz, o neige dich,
Neige dich mit meinem Leid
Dorthin, wo Vergeltung sich,
Sich mein Grab an Gräber reiht!