Umringt vom mutherfüllten Heere
Carl Maria (Friedrich Ernst) von Weber
Umringt von mutherfülltem Heere,
steht der Erobrer Göttern gleich,
das Schicksal winkt von seinem Speere
und unterwirft ihm jedes Reich.
Doch soll er nicht die Kunst verachten,
sie nicht zertrümmern schonungslos;
groß ist der Held im Sturm der Schlachten,
doch froh nur in der Musen Schoß.
Der Lorbeer grünt nicht nur dem Krieger,
er schmücket auch den Musensohn,
dem Sänger bietet wie dem Sieger,
das Kapitol den selben Lohn.
Die Poesie, bekränzt mit Rosen,
übt lächelnd ihre Allgewalt,
doch ach! Des Krieges wildes Tosen,
entwindet ihr die Herrschaft bald.
Drum wohl den seligen Gefilden,
wo in der heitern Gegenwart
das Starke schonend mit dem Milden,
das Hohe mit dem Schönen paart.
Wo an den glanzerfüllten Thronen
die Muse unter Helden steht,
da blüht das Glück der Nationen,
da herrscht die wahre Majestät.