Scheiden
Carl Piutti
Ach Gott, wie weh thut Scheiden!
Hat mir mein Herz verwundt;
So trab' ich über die Heiden
Und traur' zu aller Stund,
Der Stunden der sind also viel,
Mein Herz trägt heimlich Leiden,
Wiewol ich oft fröhlich bin.
Hatt' mir ein Gärtlein bauet,
Von Veil und grünem Klee,
Ist mir zu früh erfroren,
Thut meinem Herzen weh;
Ist mir erfrorn bei Sonnenschein,
Ein Kraut: Je länger je lieber,
Ein Blümlein: Vergiß nicht mein.
Das Blümlein das ich meine,
Das ist von edler Art,
Ist aller Tugend reine,
Ihr Mündlein das ist zart,
Ihr' Äuglein die sind hübsch und fein,
Wann ich an sie gedenke,
Wie gern ich bei ihr wollt' sein!
Sollt meinen Buhlen aufgeben
Als oft ein Andrer thut,
Sollt führen ein fröhlich's Leben,
Darzu ein' leichten Mut?
Das kann und mag doch nicht gesein;
Gesegn' dich Gott im Herzen!
Es muß geschieden sein.