Flut

Charles Koechlin

Lachen am Morgen, Laufen durch wogendes Gras,

alles glauben, wie Garben in die Lüfte schwingen,

rosige Blütezeit der Jugend, die Wonnen, zwanzig zu sein,

vom Leben geliebt, dem Frühling des Lebens blühen,

eine Liebschaft andeuten, sobald der Winter verflogen;

dann, von schaukelnden Booten aus, triumphierend,

den Fluss mit kindlicher Freude aufwühlen;

sehen, wie der Kiel lange Wellen zieht,

durch harten Schlag der Ruder schäumendes Wasser singen lassen,

und, schöner als ein griechischer Gott, mit kräftigen Flanken

ins grüne Wasser stürzen, das mit fliegenden Zungen das Haar netzt;

den erfrischenden Kuss des Wassers auf bloßer Haut spüren:

Berührung unerkannter Liebender...

Eintauchen...

Und in dieser Nacht, fernab, finden die Fischer,

Seerosen zu seinen Füßen, Algen auf der Stirn,

einen Körper, kalt, still und heiter, bleich im braunen Schlamme ruhend,

der schlummernd den Mond betrachtet...