Gebet des Toten
Charles Koechlin
Halt inne! Merke auf, Wanderer. Wenn dich deine Schritte
zum Kypselos führen, oder an die Ufer des Hebrus,
suche den alten Hyllos auf und sage ihm, er solle lange trauern
um seinen Sohn, den er nicht wiedersehen wird.
Mein gemeuchelter Körper hat den Wölfen
zum Fraße gedient. Der Rest ruht in diesem düsteren Dickicht.
Und der ruhelose Schatten an den Rändern, die Erebus verfinstert,
empört sich und weint. Niemand hat meinen Tod gerächt.
Zieh weiter! Und triffst du jemals, wenn der Tag sich neigt
am Fuße eines Hügels oder eines Grabes eine Frau,
deren weiße Stirn ein schwarzer Schleier hüllt,
nähere dich, und fürchte weder Nacht noch Zauber;
es ist meine Mutter, Fremder, die auf einem leeren Grabe
eine leere Urne umklammert und sie mit ihren Tränen füllt.