Sehnsucht nach Ruhe

F. Commer

Herr! Deine Magd ist müde;

O nimm' sie ein zur Ruh'!

Hienieden ist kein Friede;

Herr Jesu, rufe Du!

Ich habe kein Gefallen

An Tand und eitlem Scherz,

Muß still und einsam wallen,

Kein Herz für dieses Herz.

Viel hat es wohl gelitten --

Ach, Herr! noch mehr gefehlt --

Manch heißen Kampf gestritten,

Die Wunden still verhehlt.

Das kann nun hier nichts halten,

Kein Glück, kein goldner Schein;

Es sucht bis zum Erkalten,

Herr Jesu, Dich allein.

Sein Schatz ist nicht hienieden,

Drum kann es hier nicht ruhn.

So nimm es ein zum Frieden! --

O ja! Du wirst es thun.

Und wenn in treuem Sehnen

Dies arme Herz nun bricht,

Und wenn in heißen Thränen

Erlischt der Augen Licht:

Dann neigt Du Dich herüber,

Dann hab' ich angebüßt;

Dann nimmst du mich hinüber,

Wo Heil und Gnade ist.