Tief im Wald

F. Commer

Unbeachtet, tief im Wald,

Wärest du verblühet bald,

Schöne Blume, so wunderlicht,

Wäre zu dir ich gekommen nicht.

Ei, wie versteh'n wir uns, du und ich,

Grüßen wir uns herzinniglich.

Unbekannt und vergessen gleich mir

Mußtest du blühen,

Duften und glühen,

Sah die Welt auch nicht nach dir.

Ungesehen, tief im Wald,

Wärest du entschwebet bald,

Falter, hätt' in der grünen Nacht

Ich nicht erspäht deine Zauberpracht.

Weiß wohl, warum du so nahe ganz

Zeigest mir deiner Flügel Glanz!

Unbekannt und vergessen gleich mir

Mußtest dein Leben

Hold du durchschweben,

Sah die Welt auch nicht nach dir.

Ungehöret, tief im Wald,

Wärest du verflogen bald,

Hätt' ich nicht deines Lieds Getön',

Vöglein, erlauscht o wie schön, wie schön!

Weiß wohl, warum dein wonniger Gruß

So durch das Herz mir schallen muß!

Unbekannt und vergessen gleich mir

Mußtest du singen,

Ließest du's klingen,

Sah die Welt auch nicht nach dir.