An Babels Wasserflüssen

Cornelius, Peter

Stromflut dahin rauscht durch Babels Gefilde:

Herzblut, so brichst du in Tränen hervor!

Zion, du strahlst hell in qualvolle Träume,

Da doch dein Volk dich auf ewig verlor!

Dir grünt der Oelbaum, kühl weht dir die Palme noch,

Uns brach das Herz, blühet niemehr empor.

Schmachvoll bedrängt uns der Ruf unsres Feindes:

'Singt uns von Zion!' so heischt sein Gebot;

Doch Weh, mein Volk, dir unendlich Wehe,

Sängst du des Herrn Lied dem feind, der dir droht!

Einmal zuletzt nur beim Heimgang ertön' einst,

Zion, O Zion, dein Lied noch im Tod.