Schmetterling

Cornelius, Peter

Wer hat's doch durchschauet,

Dem Schmetterling vertrauet,

Daß honigbethauet

Ein Blümchen Du mein Lieb?

Weil schmeichelnd er schwebet,

Um Dich im Fluge webet

Und Honig erstrebet,

Der flatternde Dieb!

O, woll' ihn nicht haschen!

Vergönn' im Flug, im raschen,

Ihm flüchtiges Naschen,

Er küßt Dich ja nicht wund!

Dann prahlt wohl der Lose

Zur eifersüchtgen Rose,

Wie süß es sich kose

An deinem rothen Mund.

Und wenn er berauschet

Dann Lieb' mit Lieb' vertauschet,

Wo sehnsüchtig lauschet

Manch Blümlein auf der Wies',

Dann mögest Du's leiden,

Daß ich mich bescheiden

Am Plätzchen mag weiden,

Das selig er verließ.