Zug der Juden nach Babylon

Cornelius, Peter

Durch die Glut, durch die Öde

Treibt der Feind uns, der schnöde,

Ohne Rast, ohne Labe

Hin zum Kerker, zum Grabe!

Ach! das Blut mancher Wunde

träufelt nieder zum Grunde,

Eh' in Babel mit Banden

Hohn und Schmach uns umwanden.

Letztes Lied, halle wieder!

Dann zu End' alle Lieder!

Dann kein Wort, das uns grüßte

Von daheim, in der Wüste!

Dann kein Hauch von den Hallen,

Die in Staub sind zerfallen!

Keine Träne der Schmerzen,

Nur das Blut unsrer Herzen!

Nicht den Gott wagt zu nennen,

Den wir schaudernd erkennen,

Der gerecht uns gerichtet,

Der uns straft, uns vernichtet!

Und so ziehn wir ins Weite

Nur den Feind zum Geleite,

Ew'ger Knechtschaft entgegen,

Ohne Gott, ohne Segen.