Auf ein Lautenband
D. Kuhlau
Ich möcht Idas Laute sein;
sie würde, welch' Entzücken,
mich an die Brust so fromm und rein
oft süß beklommen drücken.
Sie würde mit der zarten Hand
leicht durch die Saiten irren,
den Lilienarm im Wellenband
um meinen Hals verwirren.
Auch ruht' ich wohl auf Idas Schoß,
wenn sie zum Himmel schaute;
ein Ringellöckchen wänd' sich los,
es grüßend kläng' die Laute.
Ich möchte wohl ein Liedchen sein,
das niedlichste von allen,
dann würd' ich - welch' ein Glück wär' mein! -
der Sängerin gefallen.
Ihr Finger träf' im Notenbuch
mich mit geküsster Spitze;
sie trüg' das Blatt im Busentuch
wohl mit zum Rasensitze.
Dann würd' ich wie ein Frühlingshauch
von Rosenlippen schweben,
verklärt im seelenvollen Aug',
im reinen Herzen leben.
Doch Laute, Lieblingsliedchen - nein!
Wärst du, o Amor, Richter,
so wünscht' ich wohl noch mehr zu sein:
Des Lieblingsliedchens Dichter!