Der Trinkkönig

D. Kuhlau

Schon dreimal, kraft des Königtums,

hat laut mein Glas geklopfet.

Seid eingedenk des alten Ruhms!

Getrunken, nicht getropfet!

Man kann vor weisem Plauderschall

die Ordnung kaum erhalten.

So schweigt und trinkt! Was hilft denn all'

mein Schalten und mein Walten?

Ha, wüsst' ich, wer mein Volk empört,

er sollte schwer mir büßen!

Den Fuß des Glases, umgekehrt,

wollt' ich voll Wein ihm gießen!

Dann spräch' ich ernst mit tiefem Bass

den Richterspruch: Das leer' er!

Heut' Abend gibt's kein g'rades Glas,

ruchlosester Empörer!

Der Weisheitspfleg' entsagt ihr nun

und seht verschämt und reuig?

Versprecht, es nimmermehr zu tun,

dann, Kinderchen, verzeih' ich!

Was soll das wüste Schulgeschrei,

wo Wein und Gläser blinken?

Das lässt uns ja den Kopf nicht frei!

Beim Trinken muss man trinken!