Gemma VII

D. Lange

Selig, wie der See, der helle,

Wiegt den Schwan auf Silberfluten,

Trägt mein Herz die Flammenwelle

Weicher, süßer Liebesgluten.

Holde Flut, zu welchem Strande

Trägst du wohl mein Herz, mein wundes?

Ewig nur zum Blumenrande

Ihres honigsüßen Mundes.

Nicht Philister noch Zelote

Schelte diese Liebesflamme:

Wißt, ich bad' im Morgenrothe;

Während ihr mich sucht im Schlamme!

Liebe hat mein Haupt umschlungen

Wie mit einem Heil'genscheine:

Mir zu Füßen wälzt bezwungen

Sich der Drache -- das Gemeine.