Das Grab

Daniel Friedrich Rudolph Kuhlau

Das Grab ist tief und stille,

Und schauderhaft sein Rand.

Es deckt mit schwarzer Hülle

Ein unbekanntes Land.

Das Lied der Nachtigallen

Tönt nicht in seinem Schooß.

Der Freundschaft Rosen fallen

Nur auf des Hügels Moos.

Verlaßne Bräute ringen

Umsonst die Hände wund;

Der Waise Klagen dringen

Nicht in der Tiefe Grund.

Doch sonst an keinem Orte

Wohnt die ersehnte Ruh;

Nur durch die dunkle Pforte

Geht man der Heimat zu.

Das arme Herz, hienieden

Von manchem Sturm bewegt,

Erlangt den wahren Frieden

Nur wo es nicht mehr schlägt.