Der erste Psalm
E. Alnæs
Gemähet liegt der letzte Halm,
Der Schnitter stehet müd'.
Du tröstend Wort, du erster Psalm,
Sei du mein letztes Lied.
Wie immer geh' des Lebens Pfad,
Es wandle unbesorgt,
Wer nie der Bösen Weg betrat,
Nie ihren Lehren horcht;
Wer nimmer thöricht, eitel kühn
Hinblicket auf die Welt,
Wer sich mit Demuth unter Ihn,
Den Herrn der Schöpfung stellt,
Der Mann wird blühen gleich der Baum
Erfüllt mit Saft und Mark,
Der fruchtbar wächst am Wassersaum
Mit Wurzeln tief und stark.
Doch er, der in der Knospe trägt
Der Sünde gier'gen Wurm.
Er wird vergehen, hingefegt
Wie Stoppeln vor dem Sturm.
Denn Gott wird Frieden immerdar
Und Ruh' den Seinen leih'n,
Der Böse aber kann fürwahr,
Fürwahr nicht glücklich sein.