Winterklage

E. Alnæs

Der Winterwest

Nicht ruhen lässt

Von Hagel, Schnee und Regen,

Drauf jagt ein Nord

Uns fort und fort

Ein blendend Eis entgegen.

Getrübt und wild

Der Geißbach schwillt

Und braust vom Bergeshang.

Was kriecht und fliegt

Verborgen liegt

Die trüben Tage lang.

Den Hagelschlag,

Den Wintertag,

All' ohne Sonnenschein,

Ich hab' fürwahr

Ihn lieber gar

Als allen Prunk des Mai'n.

Im Sturmgebraus

Da hör' ich draus

Die eig'ne Klage wehn.

Im Stamm entlaubt

Hab' ich geglaubt

Mein eigen Loos zu sehn.

O Herr der Welt

Da dir's gefällt,

Daß ich so leiden sollt' --

Ich glaub' daran,

'S ist wohlgethan,

Weil du es so gewollt.

Drum mein Gebet

Nur darum fleht,

Will Alles gern ertragen.

Raubt das Geschick

Mir Freud' und Glück,

Herr, hilf mir zu entsagen.