Die Haideblume von Tiefensee
E. Büchner
Zu Dir muß ich wandern von nah und weit,
Du bist mein Gedanke zu aller Zeit,
Keine Sonn' ist zu brennend, kein Berg ist zu steil
Kein Freund mir so werth, keine Stunde mir feil
Kann ich nur stehen in Deiner Näh',
Du Haideblume von Tiefensee!
Du bist die eine, die Alles mir nimmt,
Dir ist mein Leben, mein Treiben bestimmt,
Mein Herz ist Dein Eigen, mein Sinn bist du,
Mein Dichten und Trachten steht immer Dir zu;
Mich find' ich erst wieder, wenn ich Dich seh,
Du Haideblume von Tiefensee.
Und schau' ich dich endlich mit lieblichem Aug',
Und spüret mein Mund Deines Mundes Hauch,
Und schling' ich die Hand um den schlanken Leib,
Und blick' in dein Herz, du geliebtes Weib:
Dann gehet in Wonne mein wildes Weh,
Du Haideblume von Tiefensee.