Hochland-Marie
E. Flügel
Ihr Hügel um Montgom'rys Schloss,
ihr Wiesen und ihr Quellen,
sei grün der Wald, die Blumen frisch,
und klar sei'n eure Wellen!
Der Sommer weil' am längsten dort,
erwache dort zum Leben!
Dort hab' ich dir den letzten Kuss,
Hochland-Marie, gegeben.
Wie blühte frisch der Birke Grün,
des Weißdorns Blüten sprossen,
als unter ihrem Schatten ich
sie an mein Herz geschlossen.
Auf Engelsschwingen fühlt' ich mir
die gold'ne Zeit entschweben,
denn teurer war mir als die Welt,
Hochland-Marie, mein Leben!
O, bleich die Rosenlippen, die
ich küsst' in Jugendgluten,
auf ewig tot der Augen Strahl,
die liebend auf mir ruhten.
Im stillen Grund schläft das Herz,
das Liebe mir gegeben,
doch ewig sollst in meiner Brust,
Hochland-Marie, du leben!