In die Ferne

E. Flügel

Siehst du im Abend die Wolken zieh'n?

Siehst du die Spitzen der Berge glüh'n?

Mit ewigem Schnee die Gipfel umglänzt,

mit grünenden Wäldern die Täler umkränzt?

Ach, in die Ferne

sehnt sich mein Herz!

Ach, in den Wäldern, so ewig grün,

kann still und heimlich die Liebe glüh'n!

Nur der Morgen sieht sie, der Abendschein,

und Lieb' ist mit Liebe so selig allein.

Ach, in die Ferne

sehnt sich mein Herz!

Am starren Felsen bricht sich der Nord,

sanft wehen die Lüftchen im Tale fort;

durch die Wälder schimmert der Mond umher,

und ferne, da rauschet und brauset das Meer.

Ach, in die Ferne

sehnt sich mein Herz!

O könnt' ich ziehen im Morgenrot!

O hauchte Abend mir Liebestod!

Es schwindet das Leben, du weißt es kaum -

o ewige Liebe, o ewiger Traum!

Ach, in die Ferne

sehnt sich mein Herz!