Der schlafende Engel

E. Grell

Nur aus der Liebe

Erblüht das Glück,

Zieh' von den Brüdern

Dich nicht zurück.

Und ob sie dir auch

Oft weh gethan,

Schließ immer enger

Dich an sie an.

Es schläft ein Engel

In jeder Brust,

Den du aufsuchen

Und wecken mußt.

Er ruht verborgen

Oft tief in Nacht,

Und böse Geister

Stehn um ihn Wacht;

Doch weckst du muthig

Den Engel auf,

Fliehn sie von dannen

In scheuem Lauf.

Er aber dankt dir,

Vom Schlaf erwacht,

Und preiset mit dir

Der Liebe Macht.