Der schöne Stern
E. Grell
Einen Stern hab' ich gesehen
Ueber Deinem Haus stehen,
O wie war der Stern so schön!
Herrlich leuchtend stand er droben,
Strahlen flammend, lichtumwoben,
In den ewig reinen Höhn!
Lange hat mein Blick gehangen
An des Sternes heilgem Prangen,
Und ich dacht' an Dich allein.
In das Dunkel meiner Schmerzen
Fiel ein Strahl aus Deinem Herzen,
Feuriger wie Sternenschein.
War es Dein Stern, der dort glühte,
Eine goldne Aetherblüthe?
Ach so schön, und ach so fern!
Nicht die Blüthe darf ich pflücken,
Nicht mit ihr mein Leben schmücken,
Nicht mit Dir, Du schöner Stern!