König Artus' Tafelrunde

E. Grell

CHORUS

König Arthur's Tafelrunde

Ritterlicher Sagenzeit,

Schloß den Kreis zur Liederstunde,

Männiglich gesangbereit.

Der Begeistrung sich zu weihen

Weidlich floß der Rebensaft;

Arthur winkt der Barden Zweien:

Singet von des Weines Kraft.

ZWEI STIMMEN

Zur Seite dem Fräulein gar wunderschön,

Der minnende Ritter einst saß,

Wie zärtlich der Holden in's Aug' er mocht sehn,

Von Liebe mit nichten er las.

Doch Amors verborgne, nie rastende Hand,

Hat feurige Trauben dem Weinstock entwandt;

Das Fräulein entflammet vom süßen Genuß

Versagte nicht länger den bräutlichen Kuß.

CHORUS

König Arthur hoch in Freuden

Schwang den güldenen Pokal,

Neigte sich den Sängern beide,

Ob des Liedes zarter Wahl,

Und mit Beifallsblick von neuen,

Spendend edlen Traubensaft,

Winket er der Barden Dreien:

Singet von Gesanges Kraft.

DREI STIMMEN

Zum Festmahl des Kaisers in glänzender Pracht,

Fein stattlich der Barde trat ein;

Doch Keiner der Höfling' des Sängers nahm Acht,

Vereinsamet stand er allein:

Da rührt er die Zither und lieblich erklang

Sein Herzen bezaubernder Minnegesang,

Und selber des Kaisers hochfürstlich Gemahl,

Kredenzt ihm zu dank den Ehrenpokal.

CHORUS

König Arthur sprach vergnüget,

Aller guten Ding' sind drei,

Traubenblut hat dort gesieget,

Hier des Sanges Melodei.

Rittern will ein Trunk gebühren,

Fassen sie des Schwertes Haft,

Und beschied der Barden Vieren:

Sang und Wein in Doppelkraft.

VIER STIMMEN

Es höhnten die feindlichen Horden mit Schmach

Der Reisigen spärliche Zahl,

Die kampfgerüstet durchzogen gemach,

Des Schlachtfelds gebreitetes Thal.

Und als sie das Trinkhorn am Sattel geleert,

Da schwangen die Ritter das blitzende Schwert.

Mit Heldengesängen zu Sieg oder Tod,

Und färbten die Wahlstatt blutesroth.

CHORUS

König Arthur thät erheben

Drob vom goldnen Sessel sich,

Ritter, Barden, um und neben

Mit ihm sinnig, feierlich;

So von ganzer Tafelrunde

Jetzt dem Weine, dem Gesang,

Frohgemuth aus jedem Munde

Helles dreimalhoch! erklang.