Die verlassene Rose

E. Hermes

Die Rose wendet ihr Gesicht

Dem holden Gott des Tages zu.

Sie schwelgt in seinem Zauberlicht,

Bis sie am Abend geht zur Ruh'.

Dann schließt sie fest sein liebes Bild

In ihre wonnetrunkne Brust

Und träumt im stillen Nachtgefild

Süß von des Tages Glück und Lust.

So träumt sich auch ein sehnend Herz

In jene schöne Zeit zurück,

Wo ihm noch nicht der Trennung Schmerz

Zerstört der Liebe zartes Glück.