Mein Liebster ist ein Weber
E. Hildach
Mein Liebster ist ein Weber;
er webt so emsiglich
an einem Stückchen Linnen,
das Linnen ist für mich.
Der Aufzug ist die Liebe,
die Treue schlägt er ein,
denn Liebe muss mit Treue
recht fest verbunden sein.
Das Garn hab' ich gesponnen
in mancher langen Nacht,
und hab' an dich, mein Liebster,
gar oft dabei gedacht.
Und kömmt das Stück vom Stuhle,
bleich' ich's im Sonnenschein,
und über's Jahr im Sommer,
soll unsre Hochzeit sein.
Ich sitz' derweil' und nähe
das Hochzeithemdchen mir,
und träume süsse Träume,
von Liebe und von Dir.
Das Hemdchen weiss von Linnen,
das Band von Seide roth!
Die Unschuld und die Liebe
thut in der Ehe Noth.