Schlosserlied

E. Hildach

Ein Schlösslein will ich feilen,

an einem Ringe rund,

damit will ich verschließen

den allerschönsten Mund.

An einer Kette trag' ich

das Schlüsselchen dazu,

dann habe bei der Arbeit

und bei der Nacht ich Ruh'.

So künstlich wird das Schlösschen,

dass, wenn der Schlüssel fehlt,

es nimmermehr kann öffnen

wie sehr er sich auch quält.

Sie soll nicht einmal reden,

wenn ich's nicht hören kann;

ich sinne, wie die Augen

ich auch verschließen kann.

Denn ihre schwarzen Augen,

die sagen viel zu viel,

und selbst die Nasenflügel,

die treiben tolles Spiel.

Das macht, ich bin ein Schlosser.

Da fällt mir eben ein,

ob auch die Kostbarkeiten

gut eingeschlossen sein!