Türkische Musik

Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus

Ein Kaiser einst in der Türkei

Er hieß von Gottes Gnaden!

Hatte sein treues Volk herbei

Zu einem Fest geladen;

Er saß zum Thron im vollen Glanz

Umlagert von Trabanten,

Da rief das Volk: zu unserm Tanz,

Herr, schick uns Musikanten!

Der Zimbelschläger war zu Hand,

Er ließ sein Spiel erklingen,

Wo er gefüllte Beute fand,

Die mußten klingend springen.

Das Silber und das feine Gold,

Das er heraus geschlagen,

Er lachend in den Säckel rollt,

Dem Kaiser heimzutragen.

Der Fiedeler war auch nicht faul

Mit seinem Fiedelbogen,

Wer hinterher ein schiefes Maul

Beim Zimbelspiel gezogen,

Den spannt er in die Fiedel ein,

Sich angenehm zu zeigen,

Und mogten alle Zeter schrein,

Er ließ nicht nach mit Geigen.

So wurden sie gezwickt, gezwackt,

Gezimbelt und gestrichen,

Und war nur irgend aus dem Takt

Ein armer Schelm gewichen, --

Da sprang der Trommler schnell hervor,

Das Trommelspiel zu rühren,

Zog ihm das Fell dicht übers Ohr,

Das rechte Maaß zu spüren.

Der Kaiser, dem der Tanz gefiel,

Rief sich die Musikanten,

Die sich so fort nach ihrem Spiel

Ludi - Ministri

nannten.

Dem Fiedler gab er die Justiz,

Dem Zimbler die Finanzen,

Dem Trommler aber die Miliz

Und ließ dann weiter tanzen.