Ballade

Humperdinck, Engelbert

Der Herbstwind seufzt, das Laub verweht,

der Sommer ging müde zur Ruh',

wie die Tage fliehn wie die Zeit vergeht,

wo bin ich und wo bist du?

Wie lang ist's her, dass ein Mädchen saß

unter Linden grünsommerlich,

zu ihren Füßen ein Mann im Gras

das warst Du und das war ich!

Du küsstest schweigend meine Hand,

die Wipfel rauschten, rauschten dazu.

Wer wars, der das Wörtchen Liebe genannt

sprach ich es aus oder du?

Nur eine Stimme klang darein,

so klangend wunderlich:

"Glaub nichts, was du hörst, sag nein, sag nein!"

sprachst Du das oder ich?

Und heute, und heut?

Und heute und heut?

Was er damals sprach,

flog mit ihm der Ferne, der Ferne zu

Und mein Auge ward müde, mein Herze brach.

Was bin ich und was bist Du?