Kennt ihr die Heimat trauter Seelenlust
Humperdinck, Engelbert
Kennt ihr die Heimat trauter Seelenlust,
der deutschen Westmark lieblich Fruchtgelände?
Kommt her und schaut mit frohbewegter Brust
dies Tal, geschmückt mit gold'ner Rebenspende.
Wie ein Juwelgeschmeide der Strom aus Klüften blinkt,
wo sich um graue Trümmer der Vorzeit Sage schlingt.
O Moseltal! Ihr weinbekränzten Höh'n!
Heil dir, o Land, von allen Landen schön!
O kommt, Mosella ladet freundlich ein,
das Beste, was sie hegt, soll euch erquicken:
Auf ihren schön geschwung'nen Hügelreih'n
blüht ihr der "Moselblume" Herzentzücken.
Der Blume Glanz, wie goldig! Ihr Duft, wie wonnenreich!
Wie weit man auch gewandert, ihr fand mein keine gleich.
O Moseltal! Ihr weinbekränzten Höh'n!
Heil dir, o Land, von allen Landen schön!
Des Abends Lust, wann hier der Becher schäumt,
bald dünkt sie euch ein selig Zaubermärchen;
der Vollmond steigt, in Rosenlauben träumt
der Liebe süßen Traum manch glücklich Pärchen.
Im Kahn der Rudrer singen, horch, Liebchen, höre zu
dem Preis der Moselblume, selbst Moselblume du!
O Moseltal! Ihr weinbekränzten Höh'n!
Heil dir, o Land, von allen Landen schön!
Ja, kommt, hier rastet, die ihr einzig nur
den Rhein und seine laute Pracht wollt loben!
Des Frohsinns Glück, in herrlichster Natur,
sollt ihr bei edler Labe hier erproben.
Wohlan, die Becher fülle Mosellas Göttertrank!
Mosella hoch! Ihr schalle laut unser Preisgesang.
O Moseltal! Ihr weinbekränzten Höh'n!
Heil dir, o Land, von allen Landen schön!