Rheinlied
Humperdinck, Engelbert
Es rauschten die Wogen
Im Strome dahin,
Zu Thale wir zogen
Mit lustigem Sinn.
Die Glocken erklangen
Her über den Rhein,
Im Schifflein wir sangen
Beim goldenen Wein.
[O ihr sonnigen Berge,
Du duftiges Thal],
Du Winzer, du Ferge,
Ich grüß' euch zumal!
Ihr Burgen, ihr Reben,
Ihr Glocken so süß,
Dich rheinisches Leben,
Euch alle ich grüß'!
Hier Märchen noch tauchen
Aus dunkeler Fluth,
Die Rosen noch hauchen
Hier duftige Gluth;
Die Fideln, die hellen,
Noch rufen zum Reih'n,
Und lust'ge Gesellen
Die singen darein.
Wie Duft von den Reben,
Wie sonniger Wein,
Blüht hier noch ein Leben,
So züchtig und rein;
Noch blühet von Frauen,
Von Männern so recht,
Die trauen und bauen,
Ein kräftig Geschlecht.
Wir fröhlichen Zecher,
Beim goldenen Wein,
Wir füllen den Becher:
Ein Hoch auf den Rhein!
Ihr Burgen, ihr Reben,
Ihr Glocken so süß,
Dich rheinisches Leben,
Euch alle ich grüß'!