Der alte Brunnen

E. Irtel

Lösch aus dein Licht und schlaf!

Das immer wach Geplätscher

Nur vom alten Brunnen tönt.

Wer aber Gast war unter meinem Dache,

Hat sich stets bald an diesen Ton gewöhnt.

Zwar kann es einmal sein, wenn du schon mitten

Im Traume bist, daß Unruh geht ums Haus,

Der Kies beim Brunnen knirscht von harten Tritten,

Das helle Plätschern setzt auf einmal aus,

Und du erwachst.

Dann mußt du nicht, mußt nicht erschrecken.

Die Sterne stehn vollzählig überm Land,

Und nur ein Wandrer trat ans Marmorbecken

Der schöpft vom Brunnen mit der hohlen Hand.

Er geht gleich weiter, und es rauscht wie immer.

O freue dich, du bleibst nicht einsam hier.

Viel Wandrer gehen fern im Sternenschimmer

Und mancher noch ist auf dem Weg zu dir.