Liebeselegie

E. Kornauth

Die Malven in meinem Garten

warten auf deinen Gruß

und die Grasdinger, die zarten,

legen sich gern unter deinen Fuß.

Die Bienen schwärmen aus ihrem Gehäuse

und bilden goldene Sonnenfahnen...

Die blaue Luft wird gläsern und leise...

Es stockt alles Sehnen und Mahnen...

Denn, wenn du unter meinem Fenster

winkst mit der gebräunten Hand,

fliegen unter Scheunen und Dächer alle Gespenster

und nur ein sprühendes Leuchten hält stand.

Und wo du weiter gegangen

über Wiesen und Felder,

leuchten als Spur blaue Bänder und Schlangen

und laufen fern in die Wälder...

Wenn dann zur Nacht ich einsam

in meinem Bette wach',

zieh'n meine Träume gemeinsam

dem lockenden Leuchten nach,

bis mein Herz wie ein schläfriges Kind

ganz sinkt in Nichtsein und Bann,

und alle Türen vom Wind

dunkel und zugetan.