Die Gansleber im Hause Duschnitz
Korngold, Erich Wolfgang
Diesen Tag heute mitzufeiern
und ein Liederl beizusteuern,
bin ich schnell als braver Schlafgesell zur Stell
im Duschnitzischen Nachthotel
und werf' mich in Gala und schreie:
Es leben hoch alle zweie,
das Jubilareehepaar
von vierzig Jahr.
Und weil ich im Wünschen so drinnen,
will ich ohne lang' Besinnen,
der Wünsche mancherlei noch bringen dar.
Ich will Sie zwar nicht reizen,
doch ich wünsch', Sie soll'n beim Heizen
mit Kohle nicht mehr geizen.
Groß ist die Gefahr sonst für einen Katarrh.
Doch all' dies mein Wünschen und Meinen
will klein vor dem einen mir scheinen:
Ich möchte amal wieder a Gansleber seh'n
und dazu a gebratene Gans,
denn so eine Gansleber ist wunderschön
und verleiht alsogleich dem Souper
einen ganz, einen ganz,
einen anderen Glanz.
Wenn sie braun ist, wenn sie knuspernd kracht,
wem da das Herz nicht lacht,
dem gebührt, daß er ob seiner Niedertracht
mit Macht zu Bett gebracht
die prachtvolle Nacht
zähneklappernd wacht.
O nein, ich will nicht zu diesen gehör'n
und versprech' es den Damen und Herren:
Ich will bis zum goldenen Hochzeitstag
gern noch viele tausende Ganslebern verzehr'n.