In meine innige Nacht

Korngold, Erich Wolfgang

In meine innige Nacht

geh' ich ein.

Wirst du schwebender Traum

um meine Stirne sein?

Wirst du heilig und still

auf meinen Kissen ruhn,

wenn ich weine, wirst du's

mit mir tun?

Taut meinen Lippen dein Mund -

Lächeln mild,

tief auf Sternengrund

lieg' ich gestillt.

Rührt mich das Sterben an

um Mitternacht,

denke, ich sei vom Tod

ins Leben erwacht.

Denke, ich spiele fromm

mit Gottes Getier.

Denk', ich bin nun weit

und du bei mir.