Monolog der Stella

E. Křenek

Du blühst schön, schöner als sonst,

liebe, liebe Stätte der gehofften ewigen Ruhe,

Aber du lockst mich nicht mehr,

mir schaudert vor dir, kühle lockre Erde.

Ach, wie oft, in Stunden der Einbildung,

hüllt' ich schon Haupt und Brust

dahingegeben in den Mantel des Todes,

und stand gelassen an deiner Tiefe,

und schritt hinunter und verbarg

mein jammervolles Herz unter deine lebendige Decke.

Da solltest du, Verwesung, wie ein liebliches Kind,

diese überfüllte, drängende Brust aussaugen

und mein ganzes Dasein

in einen freundlichen Traum auflösen...

Doch nun... Sonne des Himmels, du scheinst herein!

Es ist so licht, so offen um mich her,

und ich freue mich des:

Er ist wieder da!

Und in einem Wink steht rings um mich die Schöpfung lebevoll.

Ich bin ganz Leben,

und neues wärmeres glühenderes Leben

will ich von seinen Lippen trinken,

zu ihm, bei ihm, mit ihm in bleibender Kraft wohnen.

Fernando! Horch! Er kommt!

Nein, noch nicht! Hier soll er mich finden,

hier an meinem Rasenaltar unter meinen Rosenzweigen.

Diese Knöspchen will ich ihm brechen...

Hier! Hier! Und dann führ' ich ihn

in diese Laube. Wohl, wohl war's, dass ich sie doch,

so eng sie ist, für Zwei eingerichtet habe...

Käm' er doch! Käm' er nur!

Gleich verlassen? Hab' ich ihn denn wieder?

Er ist da! Er ist da!