Abendlied

E. Lassen

Wie ist der Abend stille,

Wie milde naht die Nacht,

Sieh, das ist Gottes Wille,

Der alles ruhen macht.

Es treibt der Hirt die Heerde

Der lieben Heimath zu,

Und rings die Mutter Erde,

Hüllt mählich sich in Ruh.

Und schlägt in all dem Frieden

Unruhig noch dein Herz?

Giebt sich noch nicht zufrieden

Dein Sorgen und dein Schmerz?

O gieb dich hin der süßen,

Der stillen Gottesruh,

Sieh, milde Hände schließen

Dir alle Wunden zu.