In deiner Nähe weil' ich noch

E. Lassen

In Deiner Nähe weil' ich noch,

Ich weiß das Haus, die Thüren;

Und wär' ich blind, ich fänd' es doch,

Braucht Niemand mich zu führen.

Und soll's nicht sein, und kann's nicht sein,

Daß ich bei Dir mag weilen,

wer wehrt mir denn zu treten ein,

Die Trepp' hinauf zu eilen?

Und einmal muß ich's doch zuletzt,

Dir Lebewohl zu sagen,

Die wangen bleich, doch unbenetzt,

Die Stirne hoch getragen.

Und dann ein kräftiger Entschluß,

Ein hastig Kofferpacken;

Dann auf dem alten lieben Fluß,

Ein Schiff mit wehn'den Flaggen.

Dann noch als letzte Liebesgunst

Ein flüchtig Tücherwehen,

Bis halb in Thränen, halb in Dunst

Die Bilder all' vergehen.

Und dann viel fremde Städt' und Leut'

Und Burgen, moosverbrämet,

Doch nimmer, was mich so gefreut,

Und was mich so gegrämet.