Wie durch die stille Mondesnacht
E. Lassen
Noch ruhst Du ganz in meinem Arm,
Der fest und innig Dich umfängt,
Noch fühl' ich, wie sich voll und warm
Dein Leben mir entgegen drängt,
Und schon regt sich im Herzen sacht
Ein Weh', das schlimme Weise singt --
Wie durch die stille Mondesnacht
Ein fern verhallend Posthorn klingt.
Dein Auge blitzt an mir empor
Und senkt sich wieder abgewandt,
Ein feuchter Schimmer quillt hervor,
Und schmerzlich drückst Du mir die Hand,
Auch Du hast jäh daran gedacht,
Was uns die nächste Stunde bringt --
Wie durch die stille Mondesnacht
Ein fern verhallend Posthorn klingt.
Und bist Du diesmal mir entfloh'n,
Nie kehrst Du mehr zum alten Ort,
Es zittert dann ein einz'ger Ton
Durch mein verlor'nes Leben fort,
Der, wenn zur Ruhe ich gebracht,
Noch in den letzten Schlummer dringt --
Wie durch die stille Mondesnacht
Ein fern verhallend Posthorn klingt.