Frühlingswandern

E. Ludwig

Lenz liegt im Walde; warm und trocken

Keimt sonnenhell der grüne Grund;

Es klingt der Vöglein Liebeslocken,

Es klingt des Bächleins heller Mund.

Da zieh' ich schweifend durch's Gestäude,

Dem Waldtier gleich, das wintergrau

Im stummen Drang der Lebensfreude

Zur Sonne kommt aus seinem Bau.

Wie wohlig ist's, die Glieder strecken,

Und wandern, und nicht wissen, wo?

So schweif' ich hin, durch Steig und Hecken,

Lautlos und ziellos, sonnenfroh!