Die Soldaten

E. Methfessel

Schmettere däng däng, ihr Soldaten,

auf von eurem Schlaf!

Heute müsst ihr zur Paraden

und euch halten brav.

Rumdibum ihr Tambour' schlaget,

dass die Trommel gellt!

Heute heißt es: Brüder, waget,

denn es geht ins Feld.

Ihr Gemeinen und Gefreiten,

stellt euch in das Glied,

die Muskete an der Seiten,

eh' der Feind entflieht.

Korporäle und Feldwebel,

wie ihr's seid gewohnt,

zieht vom Leder euren Säbel,

richtet brav die Front.

Und ihr Herren Offiziere,

seid mir nicht zu barsch,

wenn ich jetzo kommandiere:

Feldschritt, vorwärts, Marsch!

Schnell voraus, ihr Zimmerleute,

Mit dem blanken Beil

Und dem langen Bart; o Freude.

Wie das geht in Eil'!

Und im Gold- und Silberglanze

Zieht im Augenblick

Schon an mir vorbei die ganze

Türkische Musik.

Mit den Flöten und Klar'netten

Und mit Hörnerschall;

Mit Posaunen und Trompeten

Und mit Paukenhall.

Wie das Glockenspiel sich schwinget:

Kling, kling, kling, kling, kling,

Wie so hell der Halbmond klinget

Und der Tamburing.

Ihnen folgen dann die Schützen

Trefflich auserkor'n,

Mit den Stutzen und den Büchsen

Und dem Pulverhorn.

Und die schlanken Grenadiere

Mit dem roten Busch;

Und danach die Füsiliere

Wie mit einem Husch!

Und wie weht in schönen Farben

Die Standart' im Wind,

Der von mancher Kugel Narben

Eingeschossen sind.

Aber jetzt und mit Geschmetter

Nahn im Jubelton

Die Kavallerie-Trompeter

Auf den Pferden schon.

Ihnen nach auf leichten Rossen

Im gestreckten Trab,

Von Staubwolken eingeschlossen,

Kommt der ganze Stab.

Marschall vorwärts in der Mitten

In dem vollsten Glanz;

Ehrerbietig nachgeritten

Kommt die Ordonnanz.

Links und rechts die Adjutanten

Stiegen wie ein Pfeil:

Den Befehl dem Kommandanten

Bringen sie in Eil'.

Und nun zieht vorbei das ganze

Schöne Regiment,

Das man schon an seinem Glanze

Vor den andern kennt.

Nun, ihr Brüder, schlaget alle

brav und haltet Stand;

frisch hinein, und jaget alle

Feinde aus dem Land!