Das Fensterln

E. Meyer-Helmund

Ich bin auf dich böse, du Liebchen mein,

warum lässt du niemals zum Fenster mich hinein?

Ich habe manch' Stunde unterm Fenster gewacht,

ich hab' mich geärgert, der Mond hat gelacht!

Dass du mich nicht lieb hast, hätt' ich nimmer geglaubt!

Drum geh' ich ins Tirolerland, da ist's Fensterln erlaubt.

Innig um Liebe flehend steh' ich vor Deinem Haus,

dass du dich nicht lässt küssen, halt' ich länger nicht aus.